Freitag, 3.8.2001

Tag 29

Schweden

Route: Valje-Ahus-Ystad-Beddingestrand

Nach 15 Kilometern war es soweit: 3 0 0 0 Kilometer!Das wurde am Straßenrand mit einem ordentlichen Schluck Cola gefeiert.

Heute war es bedeckt und regnerisch, ca. 21 Grad.Ich kam mehrmals in Regenschauer, fuhr aber trotzdem weiter.

Gleich regnets...

In Ystad checkte ich die Fährverbindung für heute Nacht nach Swinemünde/Polen.Die wollen dort aber 500 Kronen haben.Das ist mir zuviel.Außerdem gibt es nur 10 Schlafsessel für 1000 Passagiere!Und eine Kabine stand für mich außer Frage.

Also weiter nach Trelleborg.Und dann ein Highlight dieser Tour: Sehr schöne Küstenstraße! Das Meer immer in Sichtweite, ca. 50 Meter entfernt.Wunderschön!Diese Luft! Trotz des trüben Wetters ein super Erlebnis.

Auf dem letzten Stückchen von Ystad bis zum Campingplatz 25 Kilometer vor Trelleborg hatte ich sogar Rückenwind!Was für eine Gnade Gottes...

Der Campingplatz "Skateholm" ist sehr schön und für schwedische Verhältnisse recht preiswert.Ich bin hier wieder der einzige, der mit einem Zelt daherkommt, so wie gestern auch schon.Nur Wohnmobile auf dem Platz!

Ich sitze nun allein am rauschenden Meer und genieße...Der Himmel ist zwar grau, aber es ist trotzdem wunderbar.Die Leute hier bleiben alle in ihren Wohnmobilen und gucken TV.Da hab ich den ganzen Strand und das ganze Meer, und die ganze Welt für mich allein.

Tageskilometer: 134,94

Zeit: 6:23

Ø: 21,1 km/h

Gesamtkilometer: 3119

Gesamtzeit: 167:49

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Samstag, 4.8.2001

Tag 30

Schweden/Deutschland

Route: Beddingestrand-Trelleborg-Fähre nach Saßnitz-Bergen-Prora

Zu Anfang des Tages erinnerte mich der Wind daran, wie schön es gestern war. Er schien mich nämlich auf dem Weg nach Trellborg irgendwie aufhalten zu wollen und blies mir kräftig von vorne ins Gesicht.Heute war das Wetter besser als gestern, Sonnenschein von Anfang an, deswegen hat sich wohl auch die Windrichtung geändert.

In Trelleborg saß ich erstmal eine Weile in einem Straßencafe und las mal wieder eine deutsche Zeitung.Es scheint sich zu Hause nicht viel geändert zu haben.

 Trelleborg

Beim boarding zur Feuer-Fähre nach Saßnitz (auf dem Kahn hat es in der letzten Zeit öfter mal gebrannt) traf ich eine berliner Radlerin mir Gepäck.Ich freute mich schon auf eine vielleicht nette Unterhaltung auf dem Schiff während der Fahrt, sie war aber genervt und wollte sich nicht unterhalten.Ich habe nun schon seit fast einer Woche mit niemandem mehr ein Wort gewechselt, und dann das.Das machte mich traurig.

Auf dem Schiff wurde mir schlecht, und dann ging ich erstmal kotzen.Ansonsten war die Überfahrt eher langweilig.

Auf Rügen dann:16 Grad und Regen.Willkommen in Deutschland.

Als ich im Regen an der Straße stehe und meine Gore-Jacke aus einer meiner Packtaschen hole, brüllt einer aus einem vorbeifahrenden Auto:"Mann, bist du blöde!"Willkommen in Deutschland, die Zweite.Aber vielleicht hatte er ja auch recht.

Bei Camping-Maier in Prora wies man mich um 20.45 Uhr bei strömenden Regen ab.Es seien schon genug Leute da, die ihren "regulären" Urlaub hier verbringen.Kein Platz mehr, nichtmal für mein kleines Zelt.Willkommen in Deutschland, die dritte.

Nach all diesen Willkommensgrüßen ist jeder Zweifel verflogen, ich weiß nun endlich:Ich bin wieder in der Heimat!

Auf dem Campingplatz vom Bundeswehr-Sozialwerk darf ich dann mein Zelt aufstellen.Und heute abend habe ich sehr nette Zeltnachbarn, eine Familie aus Quedlinburg.

Zum Abschluß des Tages setzte ich mich dann noch ins Restaurant, das sich auf dem Gelände befindet.Ich feiere meine baldige Heimkehr mit ein paar Bierchen und schaue fern: Ran SAT 1-Bundesliga.Hertha hat zuhause gegen Dortmund verloren.

Tageskilometer: 63,66

Zeit: 3:25

Ø: 18,6 km/h

Gesamtkilometer: 3182

Gesamtzeit: 171:14

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Sonntag, 5.8.2001

Tag 31

Deutschland

Route: Prora-Binz-Putbus-Garz, Fähre von Glewitz nach Stahlbrode,-Greifswald-Jarmen-Klatzow

Auf Rügen fuhr ich von Zirkow bis Putbus auf ziemlich schlechter Piste.Sonst kam ich ganz gut voran heute, trotz des Windes aus Süd/Südwest.Gelegentliche Schauer.

30 Kilometer vor dem angesteuerten Campingplatz bei Neubrandenburg dann: Totaleinbruch.Mich überkommen Schwindel und Übelkeit.Nichts geht mehr.Kreislauf am Ende.

Über eine Stunde lang hänge ich an einer Bushaltestelle rum.Immer wieder stecke ich mir den Finger in den Mund, um mich zu übergeben, aber nichts passiert.Meine Hände zittern.Mir ist kalt, obwohl das Thermometer 20 Grad zeigt.An radfahren ist überhaupt nicht zu denken.

Ich überlege.Was tun?Links von mir, ein paar Meter entfernt steht eine orangene Notrufsäule.Ich gehe hin und lege meine zitternde Hand auf den Hebel.Wenn ich jetzt den Hebel nach links bewege....

Radfahren, bis der Arzt kommt.150 Kilometer vor Berlin.Ich muß lachen.

Wieder zurück zur Haltestelle.Es geht nicht mehr weiter, aber ich traue mich nicht, die Ambulanz zu rufen.Das ist mir einfach zu heftig.Die haben außerdem bestimmt besseres zu tun, als mich hier von der Straße zu kratzen.

Nach einer weiteren halben Stunde, in der ich mir schon überlegte, meinen Schlafsack rauszuholen um an der Bushaltestelle zu nächtigen, kletterte ich aber dann doch auf mein Rad und schleppte mich in die nächste Ortschaft.Klatzow.Noch 300 Meter, und ich wäre vom Rad gefallen, schätze ich.

Ich miete mich im Motel ein und liege erstmal flach im Bett, eine ganze Weile lang.Ich habe heute nicht richtig gegessen, und gestern eigentlich auch nicht, das Kochen habe ich ausfallen lassen, weil ich ja so spät ankam auf dem Campingplatz in Prora.

Außerdem sind mir meine Mineralientabletten schon vor einer Woche ausgegangen.Ich hatte zwar 30 Stück, für jeden Tag eine, aber in in Litauen und Lettland habe ich wegen des Durchfalls die doppelte Ration eingeworfen.Das kann schon sein, das dem Körper jetzt irgendwelches Magnesium, Calzium, Eisen fehlt.Keine Ahnung.

Daraufhin schlug ich mir im Restaurant dann erstmal richtig den Ranzen voll.Rotkohl, Kartoffeln, Hackbraten, Salat.

Entscheidung morgen früh.Eventuell fahre ich mit dem Zug nach Hause.Das gefällt mir aber ganz und gar nicht.Abwarten.Wenn es mir besser geht, ziehe ich die letzten 150 Kilometer doch noch mit dem Rad durch.

Als ich heute an dieser Bushaltestelle abhing bemerkte ich, daß meine Mavic X517 SUP Hinterradfelge an vielen Stellen Risse hat und an einer Stelle sogar bald auseinanderzubrechen droht.Totalschaden, die Felge kann ich wegschmeißen.Vielleicht sind ja die nunmehr insgesamt 4297 Kilometer die Lebensdauer einer Mavic X517 SUP.Ein bißchen wenig, finde ich.Ich hoffe nur, daß sie mich noch wenigstens noch bis nach Berlin bringt.

Tageskilometer: 111,60

Zeit: 6:02

Ø: 18,4 km/h

Gesamtkilometer: 3293

Gesamtzeit: 177:16

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Montag, 6.8.2001

Tag 32

Deutschland

Route: Klatzow-Neubrandenburg, Zug nach Berlin

In der letzten Nacht mußte ich mich zweimal übergeben.Das ganze gute Essen vom Restaurant wieder raus.

Am Morgen genoß ich dann im Motel mit großem Appetit ein gutes Frühstück, als ich mich dann aber aufs Rad setzte, war ziemlich schnell klar: So nicht.Das selbe flaue Gefühl wie gestern.

Auf der Fahrt nach Neubrandenburg überlegte ich mir die ganze Zeit, ob ich zuerst zum Arzt oder zum Bahnhof fahren soll.Ich entschied mich für die Zugfahrt.Ich habe sowieso bei meinem Gesundheitszustand und bei Südwind, also Gegenwind, überhaupt keine Lust, die B96, die ich sowieso schon auswendig kenne, runterzufahren.

Außerdem will ich auch gar nicht wissen, wie lange denn nun genau die endgültige Lebensdauer einer Mavic X517 SUP ist.

Also nehme ich ganz unsportlich den Zug von Neubrandenburg nach Berlin, wo ich nach 2 Stunden Fahrt um 14.15 Uhr am Bahnhof Zoologischer Garten eintreffe.

Als letztes nehme ich noch einmal den Ku-Damm unter die Räder, biege am Adenauerplatz ab und bin dann auch schon bald darauf zu Hause.

Tour-Ende.

Mittlerweile habe ich schon mehr als dreimal geschlafen.Und es ist tatsächlich, wie vermutet, ein Traum daraus geworden.Und ein Traum wird es auch immer bleiben.

Tageskilometer: 22,18

Zeit: 1:20

Ø: 16,4 km/h

Gesamtkilometer: 3315

Gesamtzeit: 178:36

Selbstbildnis, während der Fahrt

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Das habe ich alles mit mir rumgeschleppt:

http://www.beepworld.de/members7/fahrradreisen/equipementliste.htm

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