21.06.04

Tag 21

Km:60

Höhenmeter:138

Gesamtkilometer:1.998

Gesamthöhenmeter:9.233

Route:Puoltikasvaara-Svappavaara-Vittangi

Wetter:Bis Nachmittags Schauer-Später aufklarend-Abends heiter-Wind aus südwestlichen Richtungen

Übernachtung:Campingplatz Vittangi

Essen:Nudelpfanne mit Schinken,Ei,Tomate,Zwiebeln

Aufgrund der Feierlichkeit am gestrigen Tage schlief ich recht lange.Ich glaube, es war so um 12.30 Uhr, als ich erwachte.Bis Svappavaara fuhr ich im Regen.Dann hörte der Regen auf und die Strecke bis Vittangi, das sind 26 Kilometer, absolvierte ich in genau einer Stunde.Das ist doch mal was.Das macht großen Spaß, wenn es mal so schön rollt.Da ich seit Tagen nicht geduscht hatte, fuhr ich in Vittangi auf den Campingplatz.Dort nutze ich auch die Waschmaschine, es roch doch alles sehr nach Lagerfeuer...Später am Abend kam auch Felix auf dem Camp vorbei, wir kochten zusammen.Auf dem Camp ist auch ein holländischer Radler, der schon seit drei Tagen dort abhängt.Dazu muß man sagen, daß der Campingplatz an sich völlig langweilig ist, finde ich.Es gibt nichtmal einen Fernseher und keinen Gemeinschaftsraum.Als ich den Holländer später noch zu einem Bier einladen will meinte er, er trinke nicht da er morgen wieder fahren muß.Komischer Typ.Egal.Ich legte die Route für die nächsten Tage fest:Karesuando-Kautokeino-Alta...Ansonsten ist relaxen angesagt.Die Nachtruhe wurde leider gestört durch einen Typen der meinte, er müsse immerzu mit seinem Moped auf dem Platz rumfahren.Nun gut.Was solls.

 

22.06.04

Tag 22

Km:110

Höhenmeter:371

Gesamtkilometer:2.108

Gesamthöhenmeter:9.604

Route:Vittangi-Karesuando

Wetter:Sonnig bei 20 Grad, Abends leichte Schauer

Übernachtung:Campingplatz in Karesuando

Essen:Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln

Heute rollte es gut, auch dank des unterstützenden Windes.Und die Landschaft war auch wieder sehr schön.Auf der ganzen Strecke von über 100 Kilometern gabs gerade mal eine Tankstelle, so ziemlich in der Mitte, das wars dann auch schon.Große Entfernungen finde ich okay und schön, denn da kommt man so richtig ins Feeling rein.Das ist schon etwas anderes, als wie wenn alle 3 bis 4 Kilometer eine Tankstelle, ein Supermarkt oder eine Eisdiele am Straßenrand stehen.

 

Ich kam wie gesagt flott voran und war dadurch relativ früh in Karesuando, der nördlichsten Stadt Schwedens.Eine Weile lang überlegte ich, was ich tun soll und hielt mich in der Touristenstation an der Grenze auf.Schweden war so schön und einfach jetzt schnell über die Grenze nach Finnland will ich nicht.Hier in der Touristenfalle herrscht unglaublicher Andrang.Die Leute schleppen Säckeweise die dort erworbenen Rentierfelle in den Bus.Karesuando an sich gefällt mir irgendwie nicht, also ich zum einkaufen im ICA war, schien es mir als befände ich mich irgendwo in Murmansk.Nun gut.Ich fuhr zum Campingplatz.Leider herrscht dort irgendwie komische Stimmung.Ein Mann sagt in der Küche etwas zu mir, das ich nicht verstehe.Ich entgegne freundlich:"Sorry, do you speak english?"Und er daraufhin:"No, i don`t speak english, i`m from denmark".Und das hat er auf Englisch gesagt, wohlgemerkt.Tatsächlich hat er dann auch kein Wort mehr mit mir gesprochen.Und auch sonst sind die Leute hier auf dem Camp mies drauf.Eigentlich wollte ich in der Rezeption ein wenig Fußball schauen, aber zur Halbzeit gehe ich ins Zelt, zum schlafen.

 

23.06.04

Tag 23

Km:69

Höhenmeter:185

Gesamtkilometer:2.177

Gesamthöhenmeter:9.789

Route:Karesuando-Enontekiö

Wetter:Bis Mittags heiter, dann heftiger Regen

Übernachtung:Campingplatz Enontekiö

Essen:Nudelpfanne

Zum Frühstück kam Felix vorbei.Man fragt sich natürlich, wie das funktioniert, aber es gibt ja Handys und sms.Danach ging ich nochmal in den Touri-Point an der Grenze.Ich habe noch eine handvoll schwedische Kronen.Die lege ich dort auf den Tisch und frage, was ich dafür bekommen kann.Ich erstehe eine kleine Pfeife aus Rentierhorn.Mit der Verkäuferin mache ich einige Scherze.Ich sage:"Oje, ein Rentier mußte sterben, nur damit ich pfeifen kann?"Das mußte es natürlich nicht und wir lachen.Dann schiebe ich den Haufen schwedische Kronen zu ihr hin und sage:"Alles auf rot".Wieder lachen wir, und ein paar andere, die das mitverfolgten, ebenfalls.Gut gelaunt und vergnügt gings dann wieder hinaus und ich klebte den Aufkleber der samischen Flagge, den ich auch noch für mein letztes schwedisches Geld bekam, an meinen Rahmen des Fahrrades.Dann gings rüber nach Finnland.Dort ging ich in den nächsten Souvenierladen.Ich erstand ein T-Shirt für 13 Euro, bedruckt mit allerlei samischen Symbolen.Bei gutem Wetter gings dann endlich weiter.Doch nach 30 Kilometern fing es an zu regnen.An einem Toilettenhäuschen eines Rastplatzes fand ich Unterstand.Der Regen hörte aber auch nach 30 Minuten nicht auf und so fuhr ich in voller Regenmontur weiter.Hinein in das kühle Naß.Und es war wirklich sehr naß.Teilweise fühlte ich mich wie in dem Film "Das Boot":"Vorne, hinten 18.....Anblasen!!!...Jawohl, Herr Kaleun.....".Überholende Autos fuhren durch die Pfützen und jedesmal schwappte eine Wasserwelle von links an mich heran.Nach weiteren 30 Kilometern war ich dann wirklich total abgesoffen.Meine Handschuhe sind vielleicht etwas wasserabweisend, aber keinesfalls wasserdicht.Machte ich eine Faust, kam eben mal ein halber Liter Wasser da raus.Und das Wasser kümmerte sich auch nicht um die Regengamaschen, die ich trug.Es suchte sich seinen Weg von oben in die Schuhe.Und die Schuhe waren dann natürlich naß.In Enontekiö fahre ich auf den Campingplatz und frage nach der billigsten Hütte.17 Euro will der gute Mann haben.Das ist okay.Und als ich so den Fernseher in der Rezeption sehe, fällt mir ein, daß ja heute Deutschland gegen Tschechien spielt.Ich frage ob ich heute Abend das Spiel hier in der Rezeption sehen kann.Nein, meint er.Es wäre so, daß er nicht wüßte wann er geht und dann schließt er alles zu.Ich sage, daß ich nur bleibe, wenn ich Fernsehen kann und frage nach dem nächsten Campingplatz.Er meint, 26 Kilometer nördlich wäre der nächste.Ich verabschiede mich freundlich und steige auf mein Rad, um weiter zu fahren.Doch als ich gerade los will, kommt der Mann raus und ruft:"Ich habe da noch eine Idee..."Er hat einen kleinen, portablen Fernseher, und den kann ich für 4 Euro mieten.Den würde er mir in die Hütte stellen.Prima.So mache ichs mir in der Hütte gemütlich und die Sachen trocknen auf der Heizung.Und ich erlebe, wie Deutschland gegen Tschechien verliert.Nun, die tschechen haben eben eine gute Mannschaft...

 Hütte mit TV

 

24.06.04

Tag 24

Km:120

Höhenmeter:511

Gesamtkilometer:2.298

Gesamthöhenmeter:10.300

Route:Enontekiö-Kautokeino-Irgendwo im Outback

Wetter:Sonnig und warm, Wind aus südwestlichen Richtungen

Übernachtung:Wildcamp am See

Essen:Fladenbrot,Thunfisch in Öl,Paprika,Zwiebel

Heute traf ich Felix zum letzten mal.Er ist nun auf dem Rückweg.Er ist ein prima Typ und super Kumpel, vielleicht mache ich mal eine Kanutour mit ihm, mal sehen.Es rollte gut heute, bei guten Windverhältnissen.Hinter der Grenze zu Norwegen saß eine samische Frau in Tracht vor ihrem Zelt und nähte an einem Rentierfell.Daneben hat sie einen kleinen Souvenierladen.Wir quatschten und lachten, obwohl ich kein norwegisch und sie kein englisch kann.Sie schenkte mir ein Lederband für meine kleine Pfeife aus Karesuando, die ich nun um den Hals tragen kann.Das war eine sehr schöne Begegnung, die mich sehr erfreute.So hieß mich also Norwegen willkommen.

Später dann Einkauf in Kautokeino.Die Preise im Supermarkt kann man nur als apothekenhaft bezeichnen.Bier und Zigaretten sind sehr teuer, Lebensmittel haben hohe Preise.Irgendwann später, in einem Dorf:Hundejagd.Zwei große Hunde, es mögen Schlittenhunde oder sowas sein, kommen aus einem Hof gerannt und jagen mich bellend.Ich ergreife die Flucht und rase mit über 40 Km/h durch das Dorf.Und nach ein paar hundert Metern geben die Hunde auf.Oder sie haben keine Lust mehr, was ich eher vermute.Wenig später finde ich einen Nachtlagerplatz rechts von der Straße.Hier gibts viele Mücken, aber ein Feuer macht es einigermaßen erträglich.Zum Kochen hab ich wegen der vielen Mücken keine Lust, also gibts kalte Küche.Thunfisch aus der Dose kann ja so lecker sein.Als ich später im Zelt liege, höre ich ungewohnte Knackgeräusche aus dem Wald hinter der Straße.Irgendein Tier läuft da wohl herum.Trotzdem schlafe ich ruhig und tief.

 

25.06.04

Tag 25

Km:119

Höhenmeter:585

Gesamtkilometer:2.417

Gesamthöhenmeter:10.885

Route:Irgendwo im Outback-Alta-Rafsbotn

Wetter:Bedeckt bei 18 bis 20 Grad-Wind aus Südost

Übernachtung:Wildcamp bei Rafsbotn

Essen:Käsenudeln mit Zwiebeln

Mein Frühstück nehme ich an diesem Tag ein paar Kilometer weiter ein, es sind einfach zu viele Mücken dort am Lagerplatz.Wieder mal sein sehr schöner Tag heute, in wieder einmal sehr schöner Landschaft.Es ging viel bergab und ich hatte den Wind im Rücken.Was will man mehr? Vor Alta führt die Straße durch eine schöne Schlucht, Wasserfälle am Straßenrand, eine Traumstraße.Ich mache viele Foto-Stops.

 Vor Alta

Als ich nach ca. 100 Kilometern in Alta einrolle, habe ich eine Duchschnittsgeschwindigkeit von 23,1.Ich weiß gar nicht, ob ich jemals so schnell irgendwo unterwegs war.Alta liegt sehr schön, umgeben von mächtigen Bergen.

 Die Möve von Alta

Hinter Alta gehts dann wieder hoch, klar.Ich puste den steilen Hügel hinauf.Einem Mann, der einen Kinderwagen den Berg hinauf schiebt, rufe ich zu." Sie sind ja schneller als ich" Und er lacht.Naja, etwas schneller war ich dann schon.Wenig später dann biege ich einfach mal wieder links ab und fahre in den Wald, den Hügel hinunter.Dort sehe ich ein Zelt, und daneben steht ein Mofa.Also suche ich mir einen anderen Platz, weiter unten in den Hügeln.Ich fand einen Platz mit Feuerstelle und traf dann auf denjenigen, dem das andere Zelt weiter oben gehört.Es war ein franzose, der mit dem Mofa am Nordkap war und nun wieder nach Hause fährt.Nun, es ist ein richtiges Mofa, so eins mit dem bei uns hauptsächlich die Jugendlichen im Alter von 15 Jahren rumfahren.Es fährt so um die 30 Km/h, und hinten drauf ist eine selbstgebastelte blaue Holzbox montiert, in dem er Zelt und alles andere untergebracht hat.Crazy.Irgendwie.Wir quatschen eine Weile, doch er verabschiedet sich dann bald.Gute Nacht.Und:Bon voyage!

 Blick vom Camp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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