16.06.04

Tag 16

Km:109

Höhenmeter:557

Gesamtkilometer:1.535

Gesamthöhenmeter:6.976

Route:Vilhelmina-Storuman-Sandsjönäs

Wetter:Kühl und bedeckt-gelegentliche Schauer-tagsüber um 13 Grad-abends 7 bis 9 Grad.

Übernachtung:Campingplatz Sandsjönäs

Essen:Steaks mit Brot

 Inlandsbanan

Der Wind war heute im allgemeinen okay, wenn es auch zwischendurch immer wieder heftige Gegenwindphasen gab.Zweimal hielt ich unterwegs an, um Kaffee zu trinken.Dabei traf ich einmal auch einen Radler aus Gällivare, der auf dem Weg nach Örebro war.Er schenkte mir einige Karten, die er nicht mehr brauchte.Später dann besuchte ich ein Freilichtmuseum mit Souveniershop, in dem es samische Kunstgegenstände zu kaufen gibt.Auch unterhielt ich mich recht lange mit der netten, hübschen jungen Dame dort...In Storuman traf ich beim Einkauf einen Radler aus Polen.Er sprach kaum Englisch und hatte ganz furchtbar von der Sonne verbrannte Ohren.Er meinte, es sei sehr kalt im Norden.Ja, und wenn man so den ganzen Tag in dieser manchmal etwas einförmig gestalteten Landschaft unterwegs ist, dann hat man den Kopf frei und dann kommen einem lustige Gedanken.So zähle ich die Autos, in Sportschau-Manier:O-Ton Gerd Rubenbauer:"Herzlich willkommen meine Damen und Herren, hier auf der Straße Nr. 45 Richtung Norden...Es steht an das Spiel des heutigen Tages, die rechte Spur gegen die Gegenfahrbahn.Und da kommt auch schon ein Auto von hinten...Ja, deutlich zu erkennen...Und da ist es passiert, es steht 1:0 für die rechte Spur, Schütze ist blauer Volvo...Doch was ist das? Zwei Autos auf der Gegenfahrbahn...Ist denn das die Möglichkeit?...Doppeltreffer! Führung für die Gegenfahrbahn, es steht 2:1, Schützen waren roter Opel und weißes Wohnmobil...Von hinten nähert sich ein Fahrzeug, noch undeutlich...Nein, was ist denn das......Es ist ein Motorrad...Foul!... Der Treffer wird vom Schiedsrichter nicht anerkannt..."Und das ganze sagte ich laut auf und das war ziemlich lustig.Das Spiel endete nach einer halben Stunde übrigens 14:9 für die Gegenfahrbahn...Abends koche ich in einer Hütte, etwas unterhalb einer Brücke neben der Straße.Es ist sehr kühl, so um die 8 Grad.Eigentlich wollte ich dann ein Stückchen weiter zelten, aber da standen schon zwei Wohnmobile, wie sich später herausstellte.Also bin ich ein Stück weiter gefahren.Ich sah dann diesem Campingplatz hier und er ist mit 50 Kronen incl.Dusche auch noch recht günstig.

 Schön...

 

17.06.04

Tag 17

Km:72

Höhenmeter:257

Gesamtkilometer:1.607

Gesamthöhenmeter:7.233

Route:Sandsjönäs-Blattniksele-Sorsele-Slagnäs

Wetter:Bewölkt bei 10 bis 12 Grad,niederschlagsfrei,starker Wind aus nordwestlichen Richtungen

Übernachtung:Campingplatz Slagnäs

Essen:Nudelpfanne mit Schinken und Zwiebeln

Bis nach Sorsele wieder kräftiger Gegenwind und kühl.In Sorsele hab ich mich dann längere Zeit im Cafe des "Folketshus" aufgewärmt.Danach war ich kurz im Internet in der Touri-Info.Danach wars mit dem Wind okay, es ging nach Osten, Richtung Slagnäs.Ich fühle mich etwas ausgelaugt und schlapp.Es ist kalt und die Skihandschuhe sind im Dauereinsatz.Die "gefühlte Temperatur" liegt irgendwo bei 5 Grad, durch den Wind.Abends schaue ich wieder Fußball auf dem Campingplatz, es spielt Kroatien gegen Frankreich , es endet 2:2.Den ganzen Abend verbringe ich in diesem Fernsehraum und in der Küche, um mich einigermaßen autzuwärmen.Der nächste Supermarkt ist in Arvidsjaur, und das ist 60 Kilometer entfernt.Für Morgen sind relativ warme 15 Grad angekündigt, das wäre prima.

 

18.06.04

Tag 18

Km:108

Höhenmeter:599

Gesamtkilometer:1.716

Gesamthöhenmeter:7.832

Route:Slagnäs-Arvidsjaur-Moskosel

Wetter:Bedeckt, Nachmittags Schauer, bei 9 bis 13 Grad

Übernachtung:Samische Hütte hinter Moskosel

Essen:Steaks mit Bratkartoffeln

Das war ein wunderbarer Tag heute, wenngleich es kühl war und ich zweimal in Schauer geriet.Aber das mit dem Regen ist okay.Das Wetter gehört zum Land und das Land zum Wetter.Irgendwie.Der Wind war auch soweit okay, es lief ganz gut.

 ...Ja, so sieht`s aus...

In Arvidsjaur war ich einkaufen und hielt mich längere Zeit in einem Cafe bei Kaffee und Kuchen auf, da es mal wieder regnete.Anschließend besuchte ich die Tourist-Information und nutzte kurz das Internet.Heute sah ich viele Rentiere, sie hielten sich einfach neben der Straße auf.Da ich im Prinzip zum ersten mal solche Tiere sah und sie wirklich direkt neben der Straße waren, machte ich einem herannahendem Auto Handzeichen und bedeutete, langsam zu fahren.Man weiß ja nie, wann so ein Tier auf die Straße springt.Aufgrund meiner Zeichen hielt ein Auto an und eine Frau stieg aus.Sie fragte mich, ob ich Hilfe brauche.Ich sagte, nein, es wäre wegen der Rentiere.Und sie entgegnete, das wäre nichts besonderes, sowas sähe sie jeden Tag 3 bis 4 mal.Daraufhin entschuldigte ich mich höflich...Später wußte ich dann, was sie meinte.Denn in Lappland sieht man ungefähr soviele Rentiere wie bei uns vielleicht Hunde auf der Straße.Aber natürlich sind die Rentiere nicht angeleint...Im Allgemeinen fühlt sich das Rentier durch Autos nicht gestört.Naht aber ein Radfahrer, schauen die Tiere auf und entfernen sich dann rasch.So ist das Fotografieren mitunter nicht einfach, hat man nicht eine gute Kamera mit ausreichendem Zoom.Im hohen Norden halten sich die Tiere zuweilen auch mitten auf der Straße auf, so wie man es bei uns vielleicht von Schafen her kennt.

 Rentier (Aufnahme stammt aus Finnland)

Jedenfalls ist mein Bild vom Rentier als seltenen auftretendes Wesen, das vielleicht auch noch den Schlitten des Weihnachtsmanns zieht, im laufe der Tour ins Wanken geraten.Das Rentier ist in Lappland wirklich sehr häufig anzutreffen.Hinter Moskosel sah ich rechts von der Straße auf einer Art Halbinsel, die sich in einen See erstreckte, eine Hütte.

 Hütte hinter Moskosel...

Der Weg dorthin war sumpfig, das Gras sehr naß.Das Gepäck mußte ich zwischendurch an einer Stelle vom Rad nehmen, um über ein schmales Brett durch das sumpfige Gelände zu gelangen.Doch die Mühe hat sich gelohnt.Ich mache es mir in der Hütte gemütlich.In der Mitte ist die Feuerstelle, der Rauch zieht oben durch den Kamin ab.An drei Seiten sich breite Bänke angebracht, auf denen man prima schlafen kann.Unter den Bänken liegt Feuerholz bereit.

 ...von innen.

Also mache ich ein schönes Feuer.Denn ich will meine Steaks braten und es warm haben.

 Kochen in der Hütte

Draußen renget es, bei ca. 9 Grad.Drinnen habe ich durch das Feuer angenehme 17 Grad.Die Schuhe und Socken sind naß, ich holte mir naße Füße in dem sumpfigen Gelände.Aber nun dampfen Schuhe und Socken am Feuer.Wunderbar.Schön ist es hier, so hoch im Norden, 100 Kilometer vor Jokkmokk.Der Polarkreis ist zum greifen nahe.

 Dampfende Socken am Feuer

 

19.06.04

Tag 19

Km:101

Höhenmeter:549

Gesamtkilometer:1.817

Gesamthöhenmeter:8.381

Route:Moskosel-Jokkmokk

Wetter:Schauer,bedeckt-später sonnige Abschnitte-Wind aus Südwest-Um 14 Grad.


Übernachtung:Wildcamp in Schlucht hinter Jokkmokk

Essen:Nudelpfanne mit Schinken und Zwiebeln

Wieder ein sehr schöner Tag heute, trotz der Schauer.Nach insgesamt 1.810 Kilometern erreiche ich am frühen Abend den Polarkreis.

 Am Polarkreis

Dort freffe ich Felix aus Oldenburg.Er ist mit einem ehemaligen, gelben Postbus unterwegs und hat ein Kanu auf dem Dach.Wir reden eine Weile recht nett und beschließen dann, uns in Jokkmokk wieder zu treffen.Er schaute nach einem schönen Lagerplatz unterwegs.In Jokkmokk meinte Felix dann, er kenne einen schönen Platz, 30 Kilometer nördlich von hier.Ob es mir etwas ausmachen würde, wenn wir das Rad in sein Auto laden und dorthin fahren würden.Nein, es macht mir nichts aus.Und so tuckern wir gemütlich dorthin.Felix ist ohnehin nicht schnell unterwegs mit seinem Bus, er fährt immer so um die 60 Km/h.Er ist ein wahrer Lappland-Kenner und kommt schon seit vielen Jahren immer wieder in die Gegend.An der Schlucht angekommen, baue ich das Zelt auf dem felsigen Untergrund oberhalb der Schlucht auf.Ein wunderbarer Platz, die Schlucht beeindruckend.Dann essen wir eine Kleinigkeit am Lagerfeuer und klettern dann die Schlucht hinunter.Felix nimmt Angel und Köder mit.Wir laufen barfuß durchs Wasser um an die richtige Angelstelle zu gelangen.Er ist ein Angelexperte.Zu welcher Tages- und Jahreszeit, in welchem Gebiet, bei welchem Wetter für den richtigen Fisch den richtigen Köder.Trotzdem beißt keiner an.Aber wir brauchen ja auch nicht unbedingt einen, denn wir sind eigentlich schon satt.Es wäre nur schön gewesen, einen zu fangen.Für uns zumindest.

 In der Schlucht

 

20.06.04

Tag 20

Km:121

Höhenmeter:714

Gesamtkilometer:1.938

Gesamthöhenmeter:9.095

Route:Schlucht hiner Jokkmokk-Porjus-Gällivare-Puoltikasvaara

Wetter:Sonnig bei 16 bis 18 Grad

Übernachtung:Rastplatz hinter Puoltikasvaara

Essen:Bratkartoffeln mit Speck, Zwiebeln

Wieder ein sehr schöner Tag.Hügeliges Profil und Wind von vorn und von der Seite, aber das störte mich nicht allzu sehr.Es war sonnig und ich fuhr endlich mal wieder in kurzen Sachen.

Am Morgen Frühstück mit Felix.Hinter Porjus kam mir ein schweizer Radler entgegen.Er war schon mehrere Monate unterwegs und traf schon lange keinen "Kollegen" mehr.Und so sitzen wir einfach nicht weit von der Straße entfernt und kochen uns einen Kaffee.Felix kommt später auch noch dazu.

 Felix (rechts) und schweizer Radler (links)

In Gällivare nutze ich die sonntäglichen Öffnungszeiten in Schweden und kaufe in einem ICA ein.Abends dann fahre ich einfach mal auf einen Rastplatz, der sich links von der Straße befindet.Alles da.Hütten zum pennen (eine davon sogar mit Kamin), Tisch mit Bänken am See und Feuerstelle. Dort am Rastplatz stehen bereits zwei Wohnmobile aus Holland und ich treffe ein älteres Paar am See beim Essen an.Ich frage, ob es okay sei, wenn ich ein Feuer machen würde.Sie könnten sich auch dazu gesellen, wenn sie Lust haben.Als ich dann mit dem essen fertig war kamen sie dann an mit einem Tablett mit "Dujardin"(Cognac), Kaffee und einigen Bierflaschen drauf.Dazu gesellte sich dann noch ein jüngeres Pärchen aus Holland und es stieg eine fröhliche Party.Meine Güte, war das lustig.Wir tranken eine Menge und lachten uns kugelrund.Irgendwann ging uns des Nachts um eins das Feuerholz aus.Im Umkreis von 50 Metern fand sich auch keines mehr.Aber glücklicherweise lag in einer der Hütten eine Säge bereit.Etwas entfernt vom Lagerfeuer stand eine tote Kiefer.Ich meine, sie war wirklich tot.Ehrlich.Kein einziges Stückchen grün mehr dran und völlig trocken.Und so kam es dann, daß mitten in der Nacht Sägegeräusche erklangen und die tote, telegrafenmasthohe Kiefer fiel.Feuerholz hatten wir dann jedenfalls genug.Das Feuer könnte man als wahres Mittsommernachtsfeuer bezeichnen, es war dann fast 2 Meter hoch.Nun gut.Schließlich haben wir Mittsommernacht, morgen.

 Mittsommernachtsfeuer

Und weiter ging die Party.Der krönende Abschluß bestand darin, mitten in der Nacht nackt und leicht betrunken in den eiskalten See zu springen.Meine Güte.Nun ja.Es war okay.Und lustig.Und ich muß mein Vorurteil, daß Leute die mit Wohnmobilen unterwegs sind, langweilig oder gar schon fast tot sind, wohl überdenken...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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